Rechtsguide

Pferdekaufvertrag: Rechtssicherer Kaufvertrag

Rechtliche Absicherung beim Pferdekauf und -verkauf: Die 7 wesentlichen Bestandteile, häufige Fehler und praktische Checklisten

15 Min. Lesezeit
Stand: November 2025
Pferde auf Bianditz Berg in Navarra, Spanien - Symbolbild für Pferdekaufvertrag

Foto: Mikel Ortega / CC BY-SA 2.0 / Wikimedia Commons

Was ist ein Pferdekaufvertrag und warum ist er unverzichtbar?

Ein Pferdekaufvertrag ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen Käufer und Verkäufer, die alle Bedingungen eines Pferdeverkaufs dokumentiert. Er basiert auf den Regelungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) – konkret §433 BGB (Kaufvertrag) und §437 BGB (Mängelrechte). Damit fällt ein Pferd rechtlich unter allgemeine Kaufgesetze, nicht unter spezielle Pferdebestimmungen. Mehr über die grundlegenden Aspekte erfahren Sie in unserem Leitfaden zum Pferdekauf.

Das bedeutet konkret: Ein Pferd ist juristisch ein “bewegliches Gut”, und die Regeln für seinen Verkauf unterscheiden sich nicht grundlegend vom Auto- oder Möbelverkauf. Der entscheidende Unterschied? Ein Pferd ist lebendig und kann nicht zurückgerufen werden wie defekte Ware.

Warum ist ein schriftlicher Vertrag entscheidend?

Aus der Praxis zeigen sich die schwersten Fehler bei mündlichen Absprachen. Ein Verkäufer sagt: “Natürlich ist das Pferd ausgebildet.” Der Käufer versteht: “Springtraining auf 1,20m.” Der Streit ist vorprogrammiert.

Ein schriftlicher Vertrag schafft drei kritische Schutzebenen:

  • 1.Beweis: Alle Vereinbarungen sind dokumentiert und in einem Streitfall vor Gericht verwertbar
  • 2.Klarheit: Beide Parteien müssen den gleichen Text unterzeichnen – keine Missverständnisse möglich
  • 3.Verjährung: Mängelrechte verjähren nach zwei Jahren – nur wenn sie schriftlich vereinbart sind

Praxis-Tipp: Rechtsanwalt hinzuziehen

Unterschreibe niemals einen Vertrag, den du nicht vollständig verstanden hast. Nimm dir Zeit, oder lasse einen Rechtsanwalt drüberschauen – das kostet 150–300€ und spart dir später tausende.

Mündliche Absprachen vs. schriftlicher Vertrag

Eine häufige Frage: “Können wir das Geschäft nicht einfach per Handschlag machen?” Rechtlich ist das problematisch. Das BGB §365 bestimmt, dass bestimmte Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden müssen – beim Pferdekauf ist das zwar nicht explizit vorgeschrieben, aber extrem empfohlen.

Ohne schriftlichen Vertrag passiert dies regelmäßig: Nach 3 Monaten lahmt das Pferd → Käufer sagt “Das war nicht so, als ich es gekauft habe” → Verkäufer sagt “Du hast dich wohl getäuscht”. Eine Ankaufsuntersuchung (AKU) hätte viele dieser Probleme von vornherein vermieden.

Fakt: 30% aller Pferdekauf-Dispute entstehen allein aus fehlenden Verträgen.

Die sieben wesentlichen Bestandteile eines Pferdekaufvertrags

Ein rechtssicherer Pferdekaufvertrag benötigt mindestens diese sieben Komponenten. Fehlt eine, könnte dich das in einem Streitfall teuer kosten.

1. Vertragsgegenstand: Pferd eindeutig identifizieren

Das klingt trivial – ist es nicht. Viele Verträge sagen nur: “Einen Wallach, Fuchs, 8 Jahre alt.” Das ist zu vage. Was, wenn der Verkäufer zwei Wallache hat?

Schreib auf:

  • Name des Pferdes (wie in Pferdepass eingetragen)
  • Rasse und Abstammung (Hannoveraner, Warmblut, etc.)
  • Genaues Alter oder Geburtsdatum
  • Farbe und Abzeichen (Fuchs mit weißer Blesse, etc.)
  • Mikro-Chip-Nummer (falls vorhanden)
  • Pferdepass-Nummer (FN/FEI-Nummer)

2. Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten

Hier entsteht oft Verwirrung. Die Frage ist nicht nur “Wie viel?” sondern auch “Wann?” und “Wie?” Spezifiziere:

  • Exakter Kaufpreis in Euro (nicht “ca. 12.000€”)
  • Zahlungsform (Überweisung, Bar, Ratenzahlung?)
  • Fälligkeitsdatum (Bei Unterzeichnung? Nach Übergabe?)
  • Konsequenzen bei Verspätung (z.B. 2% Verzugszins monatlich)

Besonder-Fall Ratenzahlung: Falls der Käufer in Raten zahlt, sollte der Vertrag ein Eigentumsvorbehalt enthalten. Das bedeutet: Verkäufer behält das Eigentumsrecht bis zur letzten Zahlung.

3. Gefahrübergang und Eigentumsübergang

Das ist ein rechtlicher Knoten: Wann gehört das Pferd dir? Wann trägst du das Risiko, falls es sich verletzt? Meistens fallen beide Momente zusammen – bei der physischen Übergabe. Das ist auch der BGB-Standard (§446). Dokumentiere:

  • Übergabedatum und -uhrzeit
  • Übergabeort (Stall des Verkäufers? Transportziel?)
  • Zustand bei Übergabe (Käufer prüft sichtbare Mängel)

4. Gewährleistung und Mängelrechte

Das ist der komplexeste Punkt – und der wichtigste Schutzmechanismus. Standardregel (BGB §437): Bei Privatverkäufen beträgt die Gewährleistungsfrist zwei Jahre. Der Käufer kann innerhalb dieser Zeit Mängel reklamieren.

Aber: Der Verkäufer kann diese Gewährleistung ausschließen. Das ist legal, muss aber schriftlich stehen. Viele Käufer unterschreiben das unbewusst und sind dann schutzlos.

Wichtig für Käufer: Wenn keine Mängel bekannt sind, kann der Verkäufer die Gewährleistung ausschließen. Aber wenn Mängel BEKANNT sind (z.B. das Pferd lahmt) und nicht offenbart werden, ist der Ausschluss ungültig.

5. Beschaffenheitsvereinbarungen

Hier definierst du, was der Käufer wirklich kauft. Ohne das entsteht Streit. Um Konflikte zu vermeiden, schreib auf:

  • Reitstunde/Trainingslevel (z.B. “springt sicher bis 1,00m”)
  • Besondere Fähigkeiten oder Limitierungen (z.B. “nicht für Anfänger geeignet”)
  • Bekannte Verhaltensauffälligkeiten (z.B. “Scheuer, braucht geduldigen Reiter”)
  • Gesundheitliche Fakten (z.B. “Husten im Winter”, “wurde therapiert”)
  • Ankaufsuntersuchungs-Ergebnisse (wenn AKU gemacht wurde)

6. Übergabe und Empfangsbestätigung

Ein einfacher Punkt, der oft übersehen wird: Dokumentiere, dass der Käufer das Pferd so akzeptiert hat, wie es ist. Das schützt beide Parteien.

7. Schriftformklausel und Unterschriften

Das ist der formale Abschluss – und rechtlich entscheidend. Eine typische Formulierung:

“Diese Vereinbarung stellt die komplette Abrede zwischen den Parteien dar. Alle bisherigen Absprachen (mündlich oder schriftlich) werden hiermit aufgehoben. Der Vertrag ist nur gültig, wenn er von beiden Parteien unterschrieben ist.”

Private vs. gewerblicher Pferdeverkauf: Unterschiede erklärt

Die rechtliche Klassifizierung des Verkäufers hat massive Auswirkungen auf deine Rechte als Käufer.

Private Verkäufer (Verbraucher nach BGB): Jemand, der sein Privatpferd verkauft. Reiterliche Gründe, Umzug, Unfall. Nicht berufsmäßig.

Gewerbliche Verkäufer (Unternehmer nach BGB): Züchter, Pferdetrainer, Pferdehandel – also jemand, für den Pferdeverkauf das Geschäft ist.

Rechtliche Unterschiede

KriteriumPrivate VerkaufGewerblicher Verkauf
Gesetzliche Gewährleistung2 Jahre (§437 BGB)Nur, wenn vertraglich vereinbart
Ausschluss möglich?Ja, aber nur schriftlich und bewusstJa, üblicherweise Standard
Mangelrüge-Frist7–14 Tage typischOft nur 7 Tage
Käufer-SchutzHöher (Verbraucherschutz)Niedriger

Die Botschaft ist klar: Kaufst du von einer Privatperson, hast du mehr Schutz. Kaufst du von einem Züchter oder Händler, musst du alle Rechte explizit aushandeln.

Wann bin ich “Unternehmer” und wann “Privatperson”?

Privatperson (Verbraucher): Du verkaufst dein Reitpferd, weil du nicht mehr reiten kannst. Du hattest es 5–10 Jahre im Privatbesitz. Das ist nicht dein Geschäftsmodell.

Unternehmer (Gewerbetreibender): Du verkaufst 2–3 Pferde pro Jahr regelmäßig. Du züchtest oder trainierst Pferde zum Weiterverkauf. Du betreibst einen Pferdehandel.

Das entscheidende Kriterium ist: Machst du das regelmäßig und mit Gewinnabsicht? Die Rechtsprechung sagt: Ab ca. 3 Pferdeverkäufen pro Jahr gilt die Person als Unternehmer.

Häufige Fehler beim Pferdekaufvertrag – und wie du sie vermeidest

Bei Verträgen passieren regelmäßig die gleichen Fehler. Hier sind die vier teuersten:

Fehler 1: Zu vage Beschaffenheitsvereinbarungen

Das Szenario: Ein Käufer sieht auf der Homepage: “Talentiertes Springpferd, 8 Jahre, sehr willig.” Der Vertrag sagt: “Ein Springpferd.” Nach dem Kauf stellt sich heraus: Das Pferd verweigert Sprünge über 0,80m regelmäßig.

Die Lösung: Beschreib das Traininglevel exakt. Nicht “Springpferd”, sondern “Springpferd, reitet sicher bis 1,10m, zeigt gutes Vermögen für höhere Sprünge”.

Fehler 2: Gewährleistung nicht geklärt

Das Szenario: Ein Käufer kauft und denkt: “Natürlich habe ich Gewährleistung!” Der Vertrag hat aber einen Ausschluss-Satz, den der Käufer nicht gelesen hat. Nach Monat 3: Pferd lahmt → Käufer zahlt 4.000€ Therapiekosten selbst.

Die Lösung: Unterschreibe NICHTS, ohne die Gewährleistungsklausel explizit gelesen und verstanden zu haben.

Fehler 3: Ankaufsuntersuchung (AKU) nicht dokumentiert

Das Szenario: Ein Verkäufer sagt: “Ja, natürlich war die AKU gemacht.” Es gibt aber keine schriftliche Dokumentation davon.

Die Lösung: Lasse die AKU von DEINEM Tierarzt machen. Fordere Kopien aller Röntgenaufnahmen und Berichte an. Heften diese dem Vertrag bei.

Fehler 4: Zahlung ohne Sicherheitsklauseln

Das Szenario: Ein Verkäufer akzeptiert Ratenzahlung. Es gibt aber keine Klausel über Eigentumsvorbehalt. Der Käufer zahlt die erste Rate, dann nicht mehr – der Verkäufer kann das Pferd nicht zurückholen.

Die Lösung: Wenn Ratenzahlung, dann immer ein Eigentumsvorbehalt im Vertrag.

Checkliste: Schritt-für-Schritt Anleitung zum Vertragsausfüllen

Ein guter Pferdekaufvertrag entsteht nicht spontan. Hier ist der Prozess:

Vor dem Ausfüllen: Informationen sammeln

Sammle alle relevanten Dokumente:

  • • Pferdepass oder FEI-Papiere
  • • Microchip-Nummer (beim Tierarzt fragen)
  • • Ankaufsuntersuchungs-Befunde (falls vorhanden)
  • • Impfpässe und Entwurmungs-Dokumentation
  • • Rechnungen für bisherige medizinische Behandlungen
  • • Trainings- und Konkurrenzergebnisse (falls relevant)

Vertragsabschnitte ausfüllen: Parteien & Gegenstand

Vertragsparteien:
Verkäufer: [Vollständiger Name], geb. [Geburtsdatum], [Adresse], [Telefon]
Käufer: [Vollständiger Name], geb. [Geburtsdatum], [Adresse], [Telefon]

Vertragsgegenstand: Der Wallach/die Stute “[Name]”, geb. [Datum],
[Rasse], Farbe [Farbe und Abzeichen], Microchip-Nr. [Nummer]

Kopiere die Infos direkt aus dem Pferdepass – keine Fehler riskieren. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) bietet offizielle Richtlinien und Musterverträge an.

Gewährleistung & Mängelrechte klären

WICHTIGSTE ENTSCHEIDUNG DES VERTRAGS:

Option A – Mit Gewährleistung (für Käufer besser):
Gewährleistungsfrist: 2 Jahre ab Übergabe, Mangelrüge-Frist: 14 Tage nach Übergabe

Option B – Mit Einschränkung (Kompromiss):
Gewährleistungsfrist: 1 Jahr ab Übergabe, Angeborene/erbliche Fehler ausgeschlossen

Option C – Ohne Gewährleistung (für Verkäufer besser):
“Das Pferd wird unter Ausschluss der Gewährleistung verkauft ( §444 BGB).”

Wichtig: Nur mit AKU!

Unterschreibe Option C nur, wenn du eine aktuelle Ankaufsuntersuchung hast und der Report sauber ist (keine versteckten Befunde).

Gewährleistung und Mängelrechte: Fristen und deine Rechte

Das ist der rechtliche Kern – und hier verdienen sich Rechtsanwälte ihr Geld.

Gewährleistungsfrist: Wie lange bist du geschützt?

Die Standardregel (BGB §437):

  • Private Verkäufe: 2 Jahre Gewährleistung
  • Gewerbliche Verkäufe: Nur wenn vertraglich vereinbart (meist 6–12 Monate)

Wichtig: Die Frist beginnt mit der Übergabe. Wenn ein Mangel erst nach 2 Jahren 1 Monat auftritt, hast du keine Rechte mehr.

Ausnahme – Versteckte Mängel: Wenn ein Mangel vorhanden war, aber verborgen (z.B. Sehnerv-Atrophie), kann der Käufer die Gewährleistung bis 2 Jahre geltend machen.

Mängelrüge: Wie und wann du ein Problem anzeigen musst

Das ist eine strenge rechtliche Frist: Innerhalb von 7–14 Tagen nach Entdeckung musst du den Mangel schriftlich anzeigen.

Wichtig: Nutze die Mitteilung nicht zur Rache. Sag nicht: “Du Betrüger!” Sag: “Ich habe einen Mangel entdeckt und zeige ihn hiermit an.”

Deine Rechte bei Mängeln

Wenn ein Mangel innerhalb der Gewährleistungsfrist auftritt und du ihn korrekt anzeigst, hast du 4 Optionen (BGB §437–440):

  1. Option 1 – Nacherfüllung (Reparatur): Der Verkäufer versucht, den Mangel zu beheben. Beim Pferd: Der Verkäufer zahlt Tierarzt-Kosten.
  2. Option 2 – Minderung (Preisreduktion): Der Kaufpreis wird reduziert. Beispiel: Kaufpreis war 15.000€, Therapiekosten sind 3.000€ → Neuer Preis 12.000€.
  3. Option 3 – Rücktritt (Rückgabe): Du gibst das Pferd zurück und bekommst dein Geld.
  4. Option 4 – Schadensersatz: Du verlangst Schadensersatz, wenn der Verkäufer den Mangel bewusst verschwiegen hat.

Besondere Klauseln und Zusatzvereinbarungen

Es gibt Spezial-Situationen, für die man zusätzliche Klauseln braucht.

Probezeit und Rücktrittsrecht

Manche Käufer wollen das Pferd vor dem Kauf “testen”. Eine mögliche Vereinbarung:

Probezeit: 14 Tage ab Übergabe. Der Käufer kann das Pferd in dieser Zeit
zurückgeben, wenn es nicht seinen Erwartungen entspricht.
Bedingung: Das Pferd darf nur leicht gearbeitet werden (keine Turniere).
Rücktrittskosten: Der Käufer trägt Transportkosten hin und zurück.

Eigentumsvorbehalt bei Ratenzahlung

Wenn der Käufer in Raten zahlt:

Eigentumsvorbehalt: Das Pferd bleibt Eigentum des Verkäufers bis zur
Vollzahlung. Der Käufer darf das Pferd reiten und versorgen, besitzt
es aber nicht.

Vorkaufsrecht und Rückkaufsrecht

Das interessiert vor allem Züchter:

Rückkaufsrecht: Falls der Käufer das Pferd später verkaufen möchte,
hat der Verkäufer das Vorkaufsrecht. Der Verkäufer kann das Pferd
zu 80% des aktuellen Marktpreises zurückkaufen.

Das ist gültig und schützt Züchter vor schlecht versorgten Pferden.

Rechtliche Besonderheiten: Datenschutz, Steuern und weitere Aspekte

Beim Pferdekaufvertrag gibt es noch weitere wichtige Aspekte, die über die reinen Vertragsinhalte hinausgehen.

Datenschutz und Persönliche Daten im Vertrag

Ein Pferdekaufvertrag enthält persönliche Daten: Namen, Adressen, Telefonnummern. Mit der DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) müssen diese sensibel behandelt werden.

  • • Speichere den Vertrag sicher (nicht ungesichert in der Cloud)
  • • Gib die Kontaktdaten des anderen nicht an Dritte weiter
  • • Nach Abschluss kannst du den Vertrag archivieren – gesetzliche Aufbewahrung für 6–10 Jahre
  • • Digitale Verträge? Achte darauf, dass die Plattform DSGVO-konform ist

Steuern und Umsatzsteuer beim Pferdeverkauf

Beim Pferdeverkauf kann Umsatzsteuer (MwSt.) anfallen – aber nicht immer:

  • Private Verkäufer (Einzelperson, kein Geschäft): Keine Umsatzsteuer
  • Gewerbliche Verkäufer (Züchter, Händler): Normalerweise 19% MwSt. auf den Kaufpreis

Im Vertrag festhalten: Falls Umsatzsteuer anfällt, sollte das explizit erwähnt sein. Der Kaufpreis ist dann entweder inkl. oder exkl. MwSt.

Versicherung beim Pferdetransport und Übergabe

Ein oft übersehener Punkt: Wer haftet, wenn das Pferd während des Verkaufsprozesses verletzt wird?

Haftung und Versicherung: Der Verkäufer haftet für Schäden am Pferd
bis zur Übergabe. Nach Übergabe trägt der Käufer volle Verantwortung.
Transport: Der Käufer trägt Transportkosten und Risiko, falls er den
Transport organisiert.

Streitbeilegung und Rechtswahl

Falls es später zu Differenzen kommt, ist es sinnvoll, vorab zu klären: Wo wird geklagt? Nach welchem Recht?

Gerichtsstand: Die zuständigen Gerichte am Wohnort des Beklagten.
Anwendbares Recht: Bundesrepublik Deutschland (BGB).

Praktische Tipps für Verkäufer und Käufer

Abschließend noch bewährte Tipps, um typische Fehler zu vermeiden:

Für Verkäufer

  1. Gib den Vertrag rechtzeitig ab – Der Käufer sollte ihn VOR dem Besichtigungstermin lesen können.
  2. Sei ehrlich über bekannte Mängel – Wenn das Pferd einen bekannten Fehler hat (Sommerekzem, leichte Lahmheit), erwähne ihn. Ein ehrlicher Verkäufer wird nicht verklagt.
  3. Mache Foto- und Videodokumentation – Fotos des Übergabezustands schützen dich, falls der Käufer später unbegründete Schäden behauptet.
  4. Nutze beglaubigte Kopien – Beide Parteien unterschreiben und bekommen eine Kopie.

Für Käufer

  1. Lese den Vertrag dreimal – Erst selbst, dann mit jemandem mit Fachwissen, dann nochmal allein.
  2. Stelle alle Fragen VOR der Unterschrift – Nachträglich ist es zu spät.
  3. Mache IMMER eine Ankaufsuntersuchung – Die 400–800€ Kosten sind eine Versicherung gegen 5.000€+ unerwartete Reparaturen.
  4. Dokumentiere den Übergabezustand – Videos, Fotos, Notizen. Alles datiert.
  5. Behalte Kopien aller Unterlagen – Pferdepass, AKU-Report, Impfpässe, Kaufvertrag. Digitale UND physische Kopien.

Fazit: Rechtssicherer Pferdekauf

Ein Pferdekaufvertrag schützt dich vor kostspieligen Fehlern. Die vier kritischsten Punkte: (1) Nutze immer einen schriftlichen Vertrag, (2) Klare Gewährleistungsvereinbarungen, (3) Dokumentieren ist alles, (4) Unterscheide privat von gewerblich.

Häufig gestellte Fragen zum Pferdekaufvertrag

Die wichtigsten Antworten zu Verträgen, Gewährleistung und rechtlichen Aspekten beim Pferdekauf

Was muss in einen Pferdekaufvertrag?

Die sieben Essentials: Pferd-Identifikation (Name, Rasse, Alter, Chip-Nummer), Kaufpreis & Zahlungsbedingungen, Gefahrübergang, Gewährleistungsregelungen, Beschaffenheitsmerkmale, Übergabe-Bestätigung, Unterschriften. Jedes Feld muss klar und spezifisch sein – vage Formulierungen führen zu Disputes.

Kann man ein Pferd ohne Vertrag kaufen?

Rechtlich möglich, aber extrem riskant. Ohne schriftliche Vereinbarung sind Dispute schwer zu lösen und dein rechtlicher Schutz minimal. Ein Vertrag schützt dich UND den Verkäufer. Immer nutzen.

Wie lange habe ich Gewährleistung beim Pferdekauf?

Private Verkäufe: 2 Jahre Standard (BGB §437). Kann auf 1 Jahr reduziert werden. Gewerbliche Verkäufe: Nur mit Vereinbarung, meist 6-12 Monate oder Ausschluss. Mängel müssen innerhalb dieser Frist angezeigt werden.

Kann ich ein Pferd zurückgeben nach dem Kauf?

Nur wenn Mängel innerhalb der Gewährleistungsfrist auftreten UND der Verkäufer sich weigert zu reparieren/reduzieren. Probezeit und Rückgabe-Rechte müssen vorab vereinbart sein. Normale “Gewöhnung” ist kein Rückgabe-Grund.

Muss Ankaufsuntersuchung im Vertrag stehen?

Nicht rechtlich erforderlich, aber hochempfohlen. Wenn AKU gemacht wurde: Anhang an Vertrag heften und Befunde referenzieren. Das schützt beide Parteien vor späteren Streitigkeiten über “bekannte” vs. “unbekannte” Mängel. Mehr Informationen zur Ankaufsuntersuchung findest du in unserem Ankaufsuntersuchung-Ratgeber.

Was ist der Unterschied zwischen privat und gewerblichem Verkauf?

Private Verkäufer unterliegen stärkerer Gewährleistungspflicht (2 Jahre, Käufer-Schutz). Gewerbliche Verkäufer können Gewährleistung ausschließen und setzen oft härtere Bedingungen. Das hängt davon ab, ob der Verkäufer regelmäßig Pferde verkauft (Unternehmer) oder einmalig privat verkauft.

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